Stahlindustrie: Praktische Wege zur Dekarbonisierung

Dr. Marco Rische bei der Präsentation in Düsseldorf.

Die Transformation der Stahlindustrie hin zu einer klimafreundlicheren Produktion zählt zu den größten Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte. Entsprechend groß war das Interesse am 4th European Green Steel Summit 2026 in Düsseldorf, bei dem sich führende Stahlhersteller, Technologieanbieter, Energieunternehmen und Branchenexperten über Strategien und Lösungen für die Dekarbonisierung austauschten. Für ABP Induction war die Veranstaltung eine wichtige Gelegenheit, die eigene Expertise in den Bereichen Elektrifizierung und energieeffiziente Prozesslösungen in den internationalen Fachdiskurs einzubringen.

Vertreten wurde ABP durch Dr.-Ing. Marco Rische, Director System Business, der gemeinsam mit dem Partnerunternehmen H-Iron GmbH einen Fachvortrag unter dem Titel „From Carbon Challenge to Carbon Opportunity: A Practical Path to Decarbonized Steel“ vorbereitet hatte – und auf der Bühne präsentierte.

Im Mittelpunkt des Vortrags stand die Frage, wie die Stahlindustrie ihre ambitionierten Klimaziele erreichen kann, ohne dabei die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit aus den Augen zu verlieren. Denn trotz zahlreicher politischer Initiativen und technologischer Entwicklungen zeigt sich in der Praxis, dass viele Dekarbonisierungsprojekte durch hohe Investitionskosten, lange Genehmigungszeiten oder fehlende Infrastruktur ausgebremst werden.

Dr. Marco Rische verdeutlichte in seinem Beitrag, dass die Transformation nicht durch eine einzelne Technologie gelingen wird. Vielmehr sei ein Zusammenspiel verschiedener Lösungen erforderlich, um entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Stahlproduktion Emissionen nachhaltig zu reduzieren.

Ein Schwerpunkt des Vortrags lag auf der Kombination der Methanpyrolyse-Technologie von H-Iron mit den Elektrifizierungslösungen von ABP Induction. Die von H-Iron entwickelte Technologie ermöglicht die Herstellung von Wasserstoff aus Methan, wobei anstelle von CO2 fester Kohlenstoff entsteht. Dieser kann anschließend als Wertstoff weiterverwendet werden. Ergänzt wird dieser Ansatz durch induktive Erwärmungstechnologien von ABP, die fossile Brennstoffe in verschiedenen thermischen Prozessen ersetzen können.

Anhand konkreter Anwendungsbeispiele zeigte Dr. Marco Rische auf, wie induktive Technologien bereits heute in Schmelz-, Erwärmungs- und Wärmebehandlungsprozessen eingesetzt werden können und damit einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von CO2-Emissionen leisten. Die zentrale Botschaft lautete: Dekarbonisierung muss nicht auf die perfekte Zukunftslösung warten. Bereits heute verfügbare Technologien können Unternehmen dabei unterstützen, schrittweise Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig ihre Produktionsprozesse wirtschaftlich zu gestalten.

Die Teilnahme am European Green Steel Summit war wichtig für ABP – denn sie unterstreicht die Rolle als Partner der metallurgischen Industrie bei der Umsetzung nachhaltiger Produktionskonzepte. Gleichzeitig bot die Veranstaltung zahlreiche Möglichkeiten zum Austausch mit Vertretern führender Stahlunternehmen, Forschungseinrichtungen und Technologiepartnern.

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