
Yilmaz Yildir über seine bisherigen 25 Jahre bei ABP und die Menschen, die das Unternehmen prägen
Von Dortmund nach Shanghai, von der ersten Ersatzteilanfrage bis zu Großprojekten rund um den Globus: Yilmaz Yildir prägt ABP Induction seit 25 Jahren. Im Gespräch blickt der Vice President Service Sales auf seine Anfänge zurück, erinnert sich an besondere Herausforderungen und erklärt, warum ihn die Arbeit bei ABP bis heute begeistert.
Als Yilmaz Yildir am 5. Februar 2001 seine Arbeit bei ABP aufnahm, ahnte er nicht, dass daraus einmal ein Vierteljahrhundert werden würde. Der Maschinenbauingenieur war gerade erst mit dem Studium fertig geworden. Dass sein erster Arbeitstag nicht auf den Monatsanfang fiel, hatte einen besonderen Grund: Nur wenige Tage zuvor hatte er noch seine Diplomurkunde in Aachen entgegengenommen.
An seinen ersten Tag erinnert er sich noch genau. „Es war bitterkalt. Der Hafen war komplett zugefroren“, erzählt er. Besonders beeindruckt habe ihn damals der Blick über den Dortmunder Hafen aus einem Büro im Verwaltungsgebäude. Die eigentliche Einarbeitung begann jedoch deutlich pragmatischer: Ein Kollege legte ihm kurzerhand die Anfrage eines türkischen Kunden auf den Schreibtisch – und damit die Verantwortung für seine erste Aufgabe.
„Das war quasi die Einarbeitung“, sagt Yilmaz Yildir heute mit einem Schmunzeln. Rückblickend sieht er darin eine der prägenden Eigenschaften des Unternehmens. Eigeninitiative sei bei ABP nie nur ein Schlagwort gewesen. Wer Verantwortung übernehmen wolle, bekomme die Möglichkeiten dazu. „Man bekommt hier unheimlich viele Freiheiten geschenkt. Man muss sie dann aber auch nutzen.“
Diese Freiheit und die Bereitschaft, Dinge selbst in die Hand zu nehmen, haben ihn durch seine gesamte Laufbahn begleitet. Gleichzeitig hebt er den besonderen Zusammenhalt hervor, den er bei ABP erlebt hat. „Wenn es eng wird oder etwas passiert, dann rückt man noch enger zusammen“, beschreibt er die Atmosphäre im Unternehmen. Man bemühe ja häufig das Bild der Familie – bei ABP sei man da schon sehr nah dran.
Dass viele Kolleginnen und Kollegen über Jahrzehnte im Unternehmen bleiben, ist für ihn kein Zufall. „Wer einmal kommt, der bleibt“, sagt der Service-Experte. Dahinter stecke mehr als nur die berufliche Aufgabe. Entscheidend sei das soziale Umfeld, die Zusammenarbeit und das gemeinsame Ziel, etwas zu schaffen. „Es gibt etliche Kollegen, die sagen: Ich komme gerne zur Arbeit, weil ich diese Zeit mit den Menschen hier verbringe und mit ihnen an diesen Themen arbeite.“
Yilmaz Yildir kann bei ABP mit seiner Erfahrung jüngere Kollegen unterstützen: „Manchmal stehen jüngere Kollegen vor einem Problem und ich sage: Warte mal, das hatten wir schon vor zehn Jahren. Dann ziehe ich die passenden E-Mails aus meinem Archiv, damit wir uns der Lösung nähern können.
Leistungsfähigkeit macht stolz
Besonders stolz macht ihn die technische Leistungsfähigkeit von ABP. Immer wieder habe das Unternehmen Projekte umgesetzt, die zunächst nahezu unmöglich erschienen. Als Beispiel nennt er eine Anlage für den Kunden TISCO in China, die mit 42 Megawatt Leistung bis heute zu den leistungsstärksten Anlagen gehört, die ABP gebaut hat. „Da kann man schon stolz sein und sagen: Das haben wir auf die Beine gestellt.“
Die Faszination des Anlagenbaus besteht für ihn darin, Entwicklungen von der ersten Idee bis zur fertigen Anlage begleiten zu können. „Man steht oft beim Kunden vor einem leeren Bereich und muss sich vorstellen, wie dort später die Anlage platziert sein soll.“ Umso größer sei die Freude, Monate oder Jahre später zurückzukehren und das fertige Ergebnis zu sehen.
Sein Herz schlägt dabei besonders für den Service; ein Bereich, der nach seiner Überzeugung häufig unterschätzt wird. Denn wenn eine Anlage stillsteht, zählt jede Minute. Kunden erwarten schnelle Lösungen – unabhängig von Uhrzeit oder Wochentag.
Eine Geschichte ist ihm dabei besonders in Erinnerung geblieben: An einem Geburtstag seiner Frau erhielt er am Abend einen dringenden Anruf eines Kunden. Ein vier Tonnen schweres Bauteil wurde benötigt, um einen Produktionsstillstand zu verhindern. Innerhalb weniger Stunden organisierte das Team die Verladung mitten in der Nacht. „Das ist mein Verständnis von Service“, sagt Yildir. Die Dankbarkeit des Kunden sei enorm gewesen. Solche Situationen gehören im Service einfach zum Alltag. Genau darin liege aber auch der besondere Reiz seiner Aufgabe. Lösungen finden, improvisieren, Verantwortung übernehmen und gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen Herausforderungen meistern. „Manchmal vielleicht etwas chaotisch, aber immer liebenswert“, beschreibt er die Mannschaft von ABP. „Wir wollen immer rennen, Dinge gestalten und etwas wirklich gut machen.“
Ein weiterer Aspekt, der ihn bis heute begeistert, ist die internationale Ausrichtung des Unternehmens. Während des Interviews sitzt Yilmaz Yildir nicht in Dortmund, sondern in Shanghai. Die weltweite Präsenz von ABP habe ihm die Möglichkeit gegeben, zahlreiche Länder und Kulturen kennenzulernen. „Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal auf fast jedem Kontinent unterwegs sein würde“, sagt er.
Für ein Unternehmen dieser Größe sei dieses globale Netzwerk ein außergewöhnlicher Vorteil: „Dieses globale Setup ist wirklich ein riesiges Asset für diese Firma.“ Es ermögliche nicht nur internationale Projekte, sondern auch persönliche Erfahrungen, die weit über den beruflichen Alltag hinausgehen.
Nach 25 Jahren blickt Yilmaz Yildir mit großer Dankbarkeit auf seine Zeit bei ABP zurück: Auf Projekte, die weltweit Maßstäbe gesetzt haben; auf Kundenbeziehungen, die über Jahrzehnte gewachsen sind; und vor allem aber auf die Menschen, mit denen er diesen Weg gegangen ist.


