Ein Leben für Induktion und Innovation

Nach 36 Jahren bei ABP Induction verabschiedet sich Jürgen Schmidt in den passiven Teil der Altersteilzeit. Ursprünglich als kurzfristige Krankheitsvertretung eingestellt, entwickelte er sich schnell zu einer tragenden Säule des Unternehmens. In einem persönlichen Gespräch blickt er auf seine Zeit bei ABP zurück – mit Stolz, Dankbarkeit und einem Schmunzeln.

Als Jürgen Schmidt seinen ersten Arbeitstag in Dortmund hatte, war das eigentlich nur als Aushilfstätigkeit für sechs Wochen gedacht. „Ein bisschen mehr ist es dann schon geworden“, sagt er heute lachend. Tatsächlich wurde daraus eine beeindruckende Karriere von 36 Jahren, in denen er die Layoutplanung und die Kühlwassersysteme maßgeblich mitgestaltete. Besonders am Herzen lag ihm das Thema Kühlwasser: „Wasser wird oft unterschätzt, dabei ist es für mich die dritte essenzielle Komponente neben dem Ofen und der Elektrik. Wenn das Kühlwasser nicht funktioniert, dann funktioniert die gesamte Anlage nicht.“ Diese Erkenntnis prägte seine Arbeit über Jahrzehnte hinweg. Seine Aufgaben waren nicht nur technischer Natur. Vielmehr war es das Zusammenspiel aus Büroarbeit, Kundenkontakt und Einsätzen in den Gießereien, das ihn besonders reizte. „Man schaut in alle Bereiche rein, von der Elektrik über Entstaubungsanlagen bis hin zur Gattierung. Das macht die Arbeit so spannend.“ Gleichzeitig forderte ihn diese Vielseitigkeit auch heraus, was ihn jedoch zusätzlich motivierte: „Man musste immer flexibel sein, sich auf neue Gegebenheiten einstellen und Lösungen finden. Das hat mich gereizt.“

Besonders am Herzen lag ihm auch die Förderung des Nachwuchses. „Ich hatte das Glück, meinen Nachfolger mit aussuchen zu dürfen, und ich weiß, dass meine beiden jungen Kollegen ebenso viel Begeisterung für die Arbeit entwickeln wie ich.“ Dabei war ihm bewusst, wie wichtig eine intensive Einarbeitung ist: „Ich selbst hatte damals einen Paten, der mich vier Jahre lang begleitet hat – zu Kunden, Baustellen, auf Dienstreisen. So habe ich die Praxis hautnah erlebt und viel gelernt. Das wünsche ich auch den neuen Kollegen.“ Besonders schätzte er, dass ABP ihm immer Freiräume für eigene Ideen ließ: „Ich konnte Neues entwickeln, und meine Vorschläge wurden umgesetzt. Das war eine echte Wertschätzung.“

Die Entwicklung des Unternehmens hat er hautnah miterlebt – von Umstrukturierungen in den 90ern bis zu den aktuellen Herausforderungen der Branche. „Ich habe mehrere Wechsel mitgemacht, von ABB zu CMI und schließlich zu Primetals und MHI. Besonders die Zeit als Betriebsrat war herausfordernd, gerade wenn man schwierige Entscheidungen mittragen musste.“ Warum er sich für das Amt zur Wahl stellte? „Ich hatte das Gefühl, dass im Betriebsrat neue Impulse gesetzt werden sollten. Also habe ich mich aufstellen lassen – ob ich gewählt werde, wusste ich damals ja nicht.“

Bei allen Herausforderungen bleibt ihm der Teamgeist und das Miteinander in Erinnerung: „Angestellte und Fertigung haben schon früher eng zusammengearbeitet. Diesen Gemeinschaftsgedanken muss man stärken.“ Besonders schätzte er in all den Jahren die Menschen, mit denen er zusammenarbeiten durfte: „Ich habe hier unheimlich viele tolle Kollegen kennengelernt. Einige davon sind für mich längst mehr als nur Kollegen – sie sind echte Freunde geworden.“

Auch die Reisetätigkeit zählte zu seinen besonderen Erfahrungen: „Ich habe fast ganz Europa bereist, von Norwegen bis Portugal. Natürlich blieb wenig Zeit für Sightseeing, aber man war da.“ Seine unzähligen Kilometer auf den Autobahnen wird er jedoch nicht vermissen. „Die A42 und die A40 – nein, die brauche ich nicht mehr! Ich werde jetzt aufs Fahrrad umsteigen.“

Seine Zukunftspläne? „Ich lasse es ruhig angehen. Ich habe mir einen alten Schreibtisch zum Restaurieren geholt, will das Ruhrgebiet weiter erkunden und natürlich Zeit mit meinen fünf Enkelkindern verbringen.“ Mit einem Augenzwinkern erwähnt er noch seinen Wunsch für ABP: „Ich würde mich freuen, wenn der Standort Dortmund die 150-Jahr-Feier erlebt. Das ist mir wirklich wichtig!“

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